Zitate mit "mauer"
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Getrennet lebte fern ich von den Meinen / in strenger und unmütterlicher Zucht. / Denk ich der Zeit, seh ich sich mir versteinen / die Tage in des Lebens Blumenflucht, / wie kleine Gärten zwischen steilen Mauern, / die nie ein Sonnenstrahl hat heimgesucht.
Baut aus euren Vorstellungen eine Laube in der Wildnis, ehe ihr in den Mauern der Stadt ein Haus errichtet.
Er pochte an manche Herzenstür, / und drinnen rief's: Herein! / Er bat um einen Bissen Brot, / man gab ihm einen Stein. / Und so bekam er Stein auf Stein. / Er trug sie heimatwärts / und baute sich ein Mauerwerk / rings um sein eignes Herz.
Man denke an den Orpheus, der, als ihm ein großer wüster Bauplatz angewiesen war, sich weislich an dem schicklichsten Ort niedersetzte und durch die belebenden Töne seiner Leier den geräumigen Marktplatz um sich her bildete. Die von kräftig gebietenden, freundlich lockenden Tönen schnell ergriffenen, aus ihrer massenhaften Ganzheit gerissenen Felssteine mußten, indem sie sich enthusiastisch herbei bewegten, sich kunst- und handwerksgemäß gestalten, um sich sodann in rhythmischen Schichten und Wänden gebührend hinzuordnen. Und so mag sich Straße zu Straßen anfügen! An wohlschützenden Mauern wird's auch nicht fehlen. / Die Töne verhallen, aber die Harmonie bleibt. Die Bürger einer solchen Stadt wandeln und weben zwischen ewigen Melodien; der Geist kann nicht sinken, die Tätigkeit nicht einschlafen. Das Auge übernimmt Funktion, Gebühr und Pflicht des Ohres, und die Bürger am gemeinsten Tage fühlen sich in einem ideellen Zustand: Ohne Reflexion, ohne nach dem Ursprung zu tragen, werden sie des höchsten sittlichen und religiösen Genusses teilhaftig. Man gewöhne sich, in Sankt Peter auf und ab zu gehen, und man wird ein Analogon desjenigen empfinden, was wir auszusprechen gewagt. / Der Bürger dagegen in einer schlecht gebauten Stadt, wo der Zufall mit leidigem Besen die Häuser zusammenkehrte, lebt unbewußt in der Wüste eines düstern Zustandes; dem fremden Eintretenden jedoch ist es zu Mute, als wenn er Dudelsack, Pfeifen und Schellentrommeln hörte und sich bereiten müßte, Bärentänzen und Affensprüngen beiwohnen zu müssen.
Die Schicklichkeit umgibt mit einer Mauer / das zarte, leicht verletzliche Geschlecht. / Wo Sittlichkeit regiert, regieren sie, / und wo die Frechheit herrscht, da sind sie nichts.
Tun die Himmel sich auf und regnen, so träufelt das Wasser / über Felsen und Gras, Mauern und Bäume zugleich. / Kehret die Sonne zurück, so verdampfet vom Steine die Wohltat. / Nur das Lebendige hält Gabe der Göttlichen fest.
Dem, der zu Hause verharrend edlen Schatz bewahrt / und hoher Wohnung Mauern auszukitten weiß, / wie auch das Dach zu sichern vor des Regens Drang, / dem wird es wohlgehn lange Lebenstage durch; / wer aber seiner Schwelle heilige Richte leicht / mit flüchtigen Sohlen überschreitet freventlich, / der findet wiederkehrend wohl den alten Platz, / doch umgeändert alles, wo nicht gar zerstört.
Sieht man am Hause doch gleich so deutlich, wes Sinnes der Herr sei, / wie man, das Städtchen betretend, die Obrigkeiten beurteilt. / Denn wo die Türme verfallen und Mauern, wo in den Gräben / Unrat sich häufet und Unrat auf allen Gassen herumliegt, / wo der Stein aus der Fuge sich rückt und nicht wieder gesetzt wird, / wo der Balken verfault und das Haus vergeblich die neue / Unterstützung erwartet: Der Ort ist übel regieret.
Willst d genau erfahren, was sich ziemt, / so frage nur bei edlen Frauen an; / denn ihnen ist am meisten dran gelegen, / daß alles wohl sich zieme, was geschieht. / Die Schicklichkeit umgibt mit einer Mauer / das zarte, leicht verletzliche Geschlecht. / Wo Sittlichkeit regiert, regieren sie, / und wo die Frechheit herrscht, da sind sie nichts. / Und wirst du die Geschlechter beide fragen: / Nach Freiheit strebt der Mann, das Weib nach Sitte.
Gegen die List ist die beste Vormauer die Aufmerksamkeit. Für feine Schliche eine feine Nase.
Der Mann weicht dem Stein, der ihn zu zerschmettern droht, aus und vermauert ihn in sein Gebäude!
Nur die sichtbaren Ghettomauern sind gefallen.
Die Mauer ist die abscheulichste und stärkste Demonstration für das Versagen des kommunistischen Systems.
Ein Leben in Freiheit ist nicht leicht, und die Demokratie ist nicht vollkommen. Aber wir hatten es nie nötig, eine Mauer aufzubauen, um unsere Leute bei uns zu halten und sie daran zu hindern, woanders hinzugehen.
Wer recht sehen will, was der Mensch tun könnte, wenn er wollte, darf nur an die Personen denken, die sich aus Gefängnissen gerettet haben oder haben retten wollen. Sie haben mit einem einzelnen Nagel so viel getan wie mit einem Mauerbrecher.
Wer seine Grenzen gut vor Einfall will bewahren, / mag alle Kosten nur, mag Bau, Volk, Fürsicht sparen. / Was sind Besatzung, Wacht, Schloß, Mauern, Wall und Schutt? / Bei Gott und Nachbarn Lieb ist rechte Landeshut.
Wir bewundern die Ideen der Alten gleich ihren cyclopischen Mauern, aber wir bauen sie nicht mehr aus.
Ein gebildeter Charakter nimmt wie eine glattpolirte Mauer nicht leicht Flecken an.
Wie die Schwalbe nistet die Phantasie gern an alten Mauern.
O prahle mit deiner Tugend nicht! / Das Sündigen wird dir sauer. / Wer keine Beine zum Gehen hat, / der springt nicht über die Mauer.
Im Gefängnis gewesen zu sein, das ist ein großes Erlebnis, das kein politischer Mensch aus seinem Dasein streichen kann. Es ist die Berührung mit einer abgesonderten Welt, die eingemauert zwischen uns ragt und von der wir weniger wissen als von Tibet.
Wer an dem Wert seiner Gedanken zweifelt, für den gibt es nur einen Trost: Wenn andere seine Hintermauerungssteine für ihre Fassaden brauchen. Mit anderen Worten: Wenn andere behaupten, was er voraussetzt.
Es ist die fundamentale Idee der jüdischen Religion, daß Gott die Juden allen Völkern vorgezogen hat. Kraft dieser Idee hat Moses eine eherne Mauer zwischen seinem Volk und allen anderen Völkern errichtet. Ja mehr: Er lieferte dieses unglückliche Volk einer wahren Ächtung durch die Welt aus. Aber durch diesen Haß der Welt sicherte er ihm die Unsterblichkeit. Durch Liebe oder Gleichgültigkeit anderer Völker wären die Juden längst verschwunden.
Der Unglückliche / muß auch Unmöglich's fürchten. Gegen ihn erheben / die stummen Steine selber sich als Zeugen; / die Wand hat Ohren, Mauern sind Verräter.
Vorhandenes Vermögen soll man betrachten als eine Schutzmauer gegen die vielen möglichen Übel und Unfälle, nicht als eine Erlaubnis oder gar Verpflichtung, die Plaisiers der Welt heranzuschaffen.
Wie eine Stadt mit Mauern vornehmer ist als ein Dorf, so ist die Stirn eines verheirateten Mannes ehrenvoller als die nackte Schläfe eines Junggesellen. Und um soviel besser Schutzwehr ist als Unvermögen, um soviel kostbarer ist ein Horn als keins.
Ein Königsthron hier, dies gekrönte Eiland, / dies Land der Majestät, der Sitz des Mars, / dies zweite Eden, halbe Paradies, / dies Bollwerk, das Natur für sich erbaut, / der Ansteckung und Hand des Krieges zu trotzen, / dies Volk des Segens, diese kleine Welt, / dies Kleinod, in die Silbersee gefaßt, / die ihr den Dienst von einer Mauer leistet, / von einem Graben, der das Haus verteidigt / vor weniger beglückter Länder Neid, / der segensvolle Fleck, dies Reich, dies England.
Jetzt beheult der Wolf den Mond, / durstig brüllt im Forst der Tiger. / Jetzt, mit schwerem Dienst verschont, / schnarcht der arbeitsmüde Pflüger. / Jetzo schmaucht der Brand im Herd, / und das Käuzlein kreischt und jammert, / daß der Krank' es ahnend hört / und sich fest ans Kissen klammert. / Jetzo gähnt Gewölb' und Grab, / und, entschlüpft den kalten Mauern, / sieht man Geister auf und ab, / sieht am Kirchhofszaun sie lauern. / Und wir Elfen, die mit Tanz / Hekates Gespann umhüpfen / und, gescheucht vom Sonnenglanz, / träumend gleich ins Dunkel schlüpfen, / schwärmen jetzo. Keine Maus / störe dies geweihte Haus!
Durch Ausharren ebnen wir Berge, setzen dem Meere Grenzen und machen aus Steinen Städte und Paläste und Mauern.
Für das Gesetz soll ein Volk kämpfen wie für seine Mauer.
Inner- und außerhalb der Mauern Ilions wird gesündigt.
Ton knetend, formt man Gefäße. Doch erst ihr Hohlraum, das Nichts, ermöglicht die Füllung. / Aus Mauern, durchbrochen von Türen und Fenstern, baut man ein Haus. Doch erst sein Leerraum, das Nichts, gibt ihm den Wert. / Das Sichtbare, das Seiende, gibt dem Werk die Form. Das Unsichtbare, das / Nichts, gibt ihm Wesen und Sinn.
Begeisterung kann Mauern einreißen die Desinteresse nicht schützen kann.
Wenn ein Drachenflieger fernsehgerecht gegen eine Betonmauer prallt, dann ist das nicht tragisch, sondern komisch.
Wie ein Nagel in der Mauer zwischen zweien Steinen steckt, also steckt auch Sünde zwischen Käufer und Verkäufer.
Warum sollen Mauerschützen ins Gefängnis gehen, während die Leute, die ihnen die Befehle gaben, straflos davonkommen?
Wir, die wir hinter der Mauer gesessen haben, dachten wirklich, wenn wir die Bewegungsfreiheit hätten, wenn wir lesen könnten, was wir wollen, dann wäre die Welt in Ordnung.
Hart mit hart macht nicht die Steinmauer.
Besser ein Nachbar über der Mauer als ein Bruder über der See.
Bürger und Bauer / Scheidet nichts denn die Mauer.
Keine festere Mauer denn Einigkeit.
Die Mauern machen das Kloster nicht.
depressionen schon am morgen / alles grau und grauer / jeder tag bringt neue sorgen / höher wird die mauer / schreien willst du laut und wild / es kommt kein ton heraus / reden mit dem spiegelbild / du gehst nicht aus dem haus / glaubst dein leben ist vorbei / ist ohne jeden sinn / raus aus diesem einerlei / doch weisst du nicht wohin / nimm den weg geradeaus / geh ihn schritt für schritt / hab den mut und schrei es raus / viele gehen mit
GEDANKEN / / Denken - niemals bis zum Ende / Die Seele hält den Schmerz nicht aus / Auswege versperren Wände / Das Labyrinth lässt keinen raus / / Könnte man die Mauern brechen / Die aus Angst gestapelt sind / Einmal nur darüber sprechen / Bevor noch mehr Zeit verrinnt / / Müsste man den Knoten lösen / Wär das eine Möglichkeit / Oder würde man entblössen / Was man ewiglich bereut / / Denken - bis zum Ende
Erst gilt es, den Sieg zu erringen in den eigenen Mauern, dann folgt der Sieg draußen auf dem Schlachtfelde ganz von selbst.
Mindestlohn ist DDR pur ohne Mauer.
Erst wenn die Menschen aufstehen und sagen: "Wir sind das Volk", werden sie sagen können: "Wir sind ein Volk", werden die Mauern fallen.
Sozialismus muss so attraktiv sein, dass man die Leute nicht einmauern muss.
Nein, ich gehöre nicht zu diesen Menschen, ich bin ganz allein, und es ist eine Mauer zwischen uns, über die hinweg wir uns manchmal miteinander unterhalten.
Es ist nichts im Intellekt, was nicht in den Sinnen war. Aber es war niemals in den Sinnen, was im innersten Wesen ist, denn unser letztes Wesen ist Urgrundverwandtschaft von Gott und Mensch und aller lebendigen und toten Kreatur. Und die bebt, wenn sie der Schaffende anrührt, eindringend durch Tor und Mauern der Sinne.